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Der Anfang einer LeidenschaftMein erster PC war ein Wang 2200. Nicht viele werden sich an dieses Gerät noch erinnern können, oder mit so etwas gearbeitet haben. Als ich es mit 13 Jahren bekam, war ich wahnsinnig stolz. Leider waren damals die Disketten-Laufwerke noch so teuer, dass sie im Büro meines Vaters weiter verwendet wurden. Immerhin lag der Preis für ein 8" Diskettenlaufwerk damals noch bei ca. 10.000 DM. Und speichern konnten man dort sagenhafte 180KB. Mir fehlte also ein Speichermedium. Jedes mal, wenn man den Computer ausschaltete, musste man ein Programm neu von Hand eintippen, damit auf dem Monitor etwas passierte. Also saß man vor dieser Kiste, tippte in mühsamer Arbeit etliche Zeilen ein, drückte dann eine Taste und dann war etwas auf dem Monitor, was man dort gar nicht hingeschrieben hatte! "Syntax Error in Line 235" Also wieder in das Listing und den Fehler beseitigen. Dieser Schritt konnte sich durchaus mehrmals wiederholen, aber am Ende wurde man mit einem Bio-Rythmus belohnt. Wieder etwas, von dem die heutige Jugend wohl noch nichts gehört hat. Es kam einem kleinen, 13 jährinen Jungen vor wie pure Magie! Was folgteIrgendwann gab es dann einen "üblichen" Computer. Dieses mal sollte es ein Computer sein, den auch meine Freunde hatten. Ein Computer mit dem man auch spielen konnte! Ich war ja der Jugend noch nicht wirklich entwachsen. Also ein Commodore C64 war das Objekt der Begierde. Ein Diskettenlaufwerk konnte ich mir zwar immer noch nicht leisten, aber immerhin eine Datasette. Was ist denn eine Datasette mögen Sie sich jetzt fragen. Das war ein Kassettenrekorder, den man an den C64 anschloss um dort Daten zu speichern. Das war lange nicht so schnell, wie ein Diskettenlaufwerk, aber ich hatte ja Zeit. Peinlich genau wurde aufgeschrieben, bei welchem Zählerstand welches Programm anfing, damit man es später noch wieder fand. In der Anfangzeit waren natürlich Spiele die Hauptaufgabe des C64. Aber irgendwann viel mir auf, dass ich bei Vokabeltesten in der Schule immer genau wusste, wo im Vokabelheft das stand, was mir im Moment pas tout nicht einfallen wollte. Die Versuchung war groß in den Test zu schreiben "Mein Vokabelheft, Seite 8, dritte Zeile von unten" In der Überzeugung, dass mein Lehrer auch diese Antwort kaum als richtig gewertet hätte, kam ich zu dem Schluss, dass eine andere Lernmethode her musste. Das war dann auch der Zeitpunkt, wo meinem C64 eine weitere Aufgabe zu teil wurde. Er sollte mich die Vokabeln abfragen. Mittlerweile war ich dann auch stolzer Besitzer eines Diskettenlaufwerkes, dass es mir ermöglichte sequntielle Dateien abzuspeichern und wieder ein zu lesen. Das Ergebnis war ein Vokabeltrainer, der fast die 64KB Ram (von denen man nur 38KB benutzen konnte) sprengte. Aber es hatte sich gelohnt, meine Noten in den Vokabeltests hatten sich dramatisch verbessert. Der PC und der BerufDer C64 musste zwangsläufig irgendwann weichen und wurde durch einen Atari ST ersetzt. Das von Atari eingesetzte Betriebssystem (GEM) konnte bereits vieles von dem was die IBM-Gemeinde erst mit Windows 95 kennen lernen sollte. Komplett Maus gesteuert usw. Bei den Abstürzen hörte die Ähnlichkeit allerdings auf. Der Atari ST schaffte es irgendwie immer noch drei Bombem auf den Monitor zu zaubern. Das war das Zeichen dafür, dass man ihn neu starten durfte. Aus der heutigen Sicht könnte man sich fragen, ob es sich hierbei wirklich um Abstürze handelte, denn immerhin hat er ja noch die drei Bomben herzaubern können. Irgendwie verdächtig! Irgendwann kam dann auch das Berufsleben auf mich zu. 1990 machte ich einen Lehrgang für Novell-Netzwerkserver und kümmerte mich um ein solches Netzwerk mit ca. 10 angeschlossenen PC's und zwei unterschiedlichen Datenbanksystemen. Hier gehörte auch die Pflege und Wartung der PC's und Server zu meinen Aufgaben. Zirka 1995 wurde dann der Novell-Server von einem Windows-NT4-Server abgelöst. Auch der Internet-Auftritt dieses Unternehmens wurde damals von mir umgesetzt. Für das gleiche Unternehmen erstellte ich auch meine erste eigene Datenbank um das Erstellen der Rechnungen zu vereinfachen. Diese wurde von mir stetig erweitert und steuerte in der End-Version auch die komplette Produktion dieses Unternehmens. Hierüber habe ich dann meine Diplom-Arbeit geschrieben. Im Jahr 2001 schliesslich habe ich mich in diesem Bereich selbstständig gemacht und repariere Computer, baue neue zusammen, verkaufe fertige PC Systeme, richte Server und Netzwerke ein und natürlich programmiere ich nach wie vor Datenbanken. Man kann also zusammen fassen: Seit 26 Jahren programmiere ich, kümmere mich um Computer und arbeite mit dem was mir Freude macht. |
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